Vier Schichten für eine Polarlichtnacht bei Reykjavík
Eine Polarlicht-Tour ab Reykjavík heißt stundenlang draußen im Dunkeln, meist im Stehen. Die Kälte ist selten extrem, erst Wind und nasser Schnee machen sie unangenehm. Dieser Ratgeber behandelt Schichten und Stiefel, dazu die Kleinigkeiten, die dich lange genug draußen halten, um den Himmel sich verändern zu sehen.
Warum sich eine Nacht draußen kälter anfühlt
Eine Polarlicht-Tour besteht vor allem aus Warten. Du stehst an jedem Stopp lange neben dem Minibus, und im Stehen kriecht die Kälte viel schneller in dich hinein als beim Gehen.
Die Küste um Reykjavík liegt im Winter oft bei 0 °C, was mild klingt. Im Landesinneren ist die Luft kälter, und der Wind geht durch dünnen Stoff. Regen oder nasser Schnee kann fast ohne Vorwarnung kommen.
Die Kälte baut sich über den Abend auf. Die meisten fühlen sich am ersten Stopp wohl und zittern beim dritten, also zieh dich für das Ende der Nacht an, nicht für den Anfang.
Vier Schichten von der Haut bis nach außen
Zieh Schichten an, die du öffnen oder schließen kannst, denn der Minibus ist warm und das Feld nicht. Vier Schichten reichen für die meisten Nächte, vom milden, nassen Abend an der Küste bis zum stillen, frostigen im Landesinneren.
- Eine Basisschicht aus Merinowolle oder Kunstfaser, nie aus Baumwolle
- Ein Fleece oder ein dicker Wollpullover darüber
- Eine wärmende Jacke, Daune oder Kunstfaser, lang genug, um die Hüften zu bedecken
- Eine winddichte, wasserdichte Außenjacke obendrauf, oder eine Jacke, die beides kann
Baumwolle hält Schweiß und bleibt feucht, was dich später auskühlt. Wolle wärmt auch nass noch ein wenig, und das zählt in einem Klima, in dem Nieselregen und Schnee an einem Abend wechseln können.
Deine Beine brauchen dieselbe Sorgfalt. Thermoleggings unter Skihosen oder wasserdichten Überhosen halten den Wind ab, und im Dunkeln stört sich niemand an deinem Aussehen.
Stiefel und Halt auf eisigem Boden
In einer kalten Nacht frieren zuerst die Füße. Trag gefütterte, wasserdichte Stiefel mit dicker Sohle und Wollsocken, die den Zehen ein wenig Spielraum lassen.
Parkplätze und Wege außerhalb der Stadt sind oft vereist. Grödel, kleine Ketten, die du über die Stiefel ziehst, geben Halt auf spiegelglattem Boden und passen gefaltet in eine Jackentasche.
Bei der Tour von Arctic Adventures geht es auch durch eine Lavaröhre mit unebenem Boden. Das Inserat bittet um bequeme Schuhe und warme Kleidung und stellt im Winter Steigeisen für die Höhle.
Warme Hände und Kopf, dazu ein Ersatzakku
Nimm zwei Paar Handschuhe mit. Dünne Unterziehhandschuhe lassen dich Kameratasten drücken. Dicke Fäustlinge oder Skihandschuhe kommen beim Warten darüber, und Fotografen wechseln die ganze Nacht zwischen beiden.
Eine Mütze, die die Ohren bedeckt, ist wichtiger als jedes andere einzelne Teil. Dazu ein Schal oder ein Schlauchtuch, das du über die Nase ziehen kannst, wenn der Wind auffrischt.
Kälte macht Akkus leer, auch den in deinem Handy. Trag einen Ersatz oder eine Powerbank in einer Innentasche nah am Körper, und unsere Fototipps erklären, wie du ihn am Stopp schnell tauschst.

Was die Touren verteilen
Keines der drei Inserate erwähnt Thermoanzüge, plane also, deine eigene warme Kleidung mitzubringen. Was die Anbieter stellen, zielt auf Komfort beim Warten.
Nordur Travel, ab ~149 €, gibt jedem Gast 2 Handwärmer zur heißen Schokolade und zum isländischen Gebäck. Die Wärmer sind kleine Päckchen, die sich nach dem Öffnen erhitzen, und passen in einen Handschuh oder Stiefel.
Aurora Viking, ab ~147 €, serviert heiße Schokolade mit Lebkuchen oder Keksen. Die Wikingerkostüme sind für Fotos gedacht, nicht zum Wärmen, also trag deine eigenen Schichten darunter.
Arctic Adventures, ab ~178 €, bringt für die Polarlicht-Hälfte Decken sowie heißen Kakao und Schokolade mit. Für die Höhle verleiht der Anbieter Helm und Stirnlampe, im Winter dazu Steigeisen.
Handwärmer in der Tasche und ein 4x4 für dunkle Straßen
Der umgebaute 4x4-Minibus von Nordur Travel bringt bis zu 19 Gäste weg vom Stadtlicht, und jeder Gast bekommt zwei Handwärmer zum Kakao. Viator bewertet die Tour mit 4,8 aus 580+ Bewertungen, wobei manche GetYourGuide-Bewertungen unklare Abholzeiten erwähnen.
Was in eine kleine Tasche gehört
- Ein Ersatzakku oder eine Powerbank
- Eine rote oder gedimmte Stirnlampe
- Eine Flasche Wasser
- Snacks, denn das Inserat von Nordur schließt Mahlzeiten aus und die Nacht wird lang
- Ein trockenes Paar Wollsocken
- Deine Buchungsbestätigung auf dem Handy
Halte die Tasche klein. Du trägst sie im Dunkeln mehrmals in den Minibus und wieder hinaus, und ein Rucksack mit einem großen Fach ist praktischer als eine Stofftasche.
Wenn du ohne Winterausrüstung ankommst
Viele Besucher landen in Reykjavík mit Stadtmantel und Turnschuhen. Die Stadt hat Outdoorläden, die alles auf dieser Seite verkaufen, also kümmere dich am ersten Tag darum und nicht eine Stunde vor der Abholung.
Wolle ist eine örtliche Spezialität, und ein dicker isländischer Pullover ist eine warme mittlere Schicht. Er ist zugleich ein Souvenir, das du zu Hause wieder trägst.
Plane den Abend um die Kälte herum
Die Touren dauern etwa vier Stunden und enden spät, die Kälte spürst du also gegen Ende am meisten. Iss vor der Abholung ordentlich zu Abend, denn Fahrt und Warten verbrauchen mehr Energie, als du denkst.
Eine bewölkte Nacht kann mehr Zeit im Minibus und weniger draußen bedeuten, eine klare Nacht hält dich lange draußen. Unser Ratgeber zur Wiederholung erklärt, was passiert, wenn nichts zu sehen ist, und der Ratgeber zur Saison vergleicht den Herbst mit dem tiefen Winter.
Kinder verlieren schneller Wärme als Erwachsene und langweilen sich beim Warten. Unser Familienratgeber behandelt Altersgrenzen und wie du sie in einer späten Nacht warm und geduldig hältst.